Warum die Arbeit von Repräsentanten in Erstaufnahmeeinrichtungen so wichtig ist

Warum die Arbeit von Repräsentanten in Erstaufnahmeeinrichtungen so wichtig ist

Repräsentantinnen und Repräsentanten leisten in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Doberlug-Kirchhain und Wünsdorf unbezahlbare Arbeit, indem sie zwischen Bewohnenden und Mitarbeitenden der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg vermitteln, Ansprechpersonen sind sowie neue Bewohnende beim Ankommen unterstützen. In Wünsdorf hat nun erstmals ein Repräsentanten-Workshop stattgefunden, der alle begeistert hat.

Sie sind Vertrauenspersonen für die Bewohnenden und ihre Communitys, sind Ansprechpartner für die Mitarbeitenden des DRK, vermitteln zwischen Gruppen: Repräsentantinnen und Repräsentanten übernehmen in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Doberlug-Kirchhain und Wünsdorf gleich mehrere wichtige Aufgaben, die zu einem harmonischen und konstruktiven Miteinander in den Einrichtungen beitragen.

Auch in der Sprachmittlung, als Vermittelnde bei Konflikten oder Helferinnen und Helfer für neue Bewohnende, die sich in den Einrichtungen orientieren wollen, leisten Repräsentantinnen und Repräsentanten einen unschätzbar wichtigen Beitrag.

Das Gute daran: Sie werden von den Bewohnenden selbst gewählt und vertreten ihre Communitys, sind Vertretende der Sprachgruppe – unabhängig vom Geschlecht. Die Mitarbeitenden des DRK achten aber darauf, dass alle Gruppen nahezu gleich vertreten sind und dass nach Möglichkeit je Sprachgruppe eine Frau und ein Mann gewählt werden.

„Ich bin froh, Repräsentant zu sein und etwas für die Menschen aus meiner Community machen zu können“, sagt ein Repräsentant aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain. Für ihn sei es eine Ehre, für die Gruppe tätig und Vertreter ihrer Sprachgruppe zu sein.

Diese Ziele haben die Repräsentanten-Workshops

Um die Teamfähigkeit der Repräsentantinnen und Repräsentanten auszubauen, die Solidarität untereinander zu fördern und die Motivation zu steigern, wurde gemeinsam von der Sozialberatung und der Sozialbetreuung in der Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf ein Workshop entwickelt.

Die Idee dahinter war, dass sie die Möglichkeit bekommen, ihre Schwierigkeiten zu äußern sowie Strategien erlernen sollen, mit diesen umzugehen und Stress abzubauen. Der Repräsentanten-Workshop ist eine Mischung aus pädagogischen und künstlerischen Elementen zum Kennenlernen, teambildenden Maßnahmen und der Vermittlung von theoretischem Wissen über Stress, Aggressionen, Deeskalation und nonverbaler Kommunikation.

Nach der theoretischen Erarbeitung zu Beginn des Workshops wurde die Idee den Repräsentantinnen und Repräsentanten vorgestellt. Es wurde über die Vorstellung ehrenamtlicher Arbeit gesprochen sowie die Vorteile dargelegt, die die Bewohnenden haben, die diese Arbeit in der Einrichtung ausüben. Auch Erfolgsmomente waren Thema, die Repräsentantinnen und Repräsentanten von ehemaligen Bewohnenden hörten.

Gemeinsam wurde das erste Mal nach fünf Jahren ein Aufgabenprofil für Repräsentantinnen und Repräsentanten erstellt und erörtert, welche Verantwortung sie tragen und welche Rolle sie in ihren jeweiligen Communitys einnehmen. Darüber hinaus wurden gemeinsam Regeln entwickelt, die für alle während der gesamten Veranstaltung gelten.

Repräsentanten in Erstaufnahmeeinrichtungen: Für den Umgang mit Stress sensibilisiert

Das Fazit des ersten Tages war durchweg positiv. Die Repräsentantinnen und Repräsentanten waren begeistert und rundum glücklich über die Möglichkeit, an einem solchen Workshop teilzunehmen. Die Teilnehmenden waren offen und kommunikativ und nahmen großen Anteil an dem Geschehen.

Am zweiten Tag sollten alle Teilnehmenden erfahren, welche Auswirkungen Stress auf ihren Körper hat. Zuerst wurde mit einem Warm-up gestartet, damit sich jeder jeden Namen merken konnte. Danach ging es darum, was Stress überhaupt ist und woher dieser kommt. Dazu wurden gemeinsam Ideen gesammelt. Nach einer Definition von Stress konnten die Teilnehmenden in einem selbstreflektierenden Teil in einem Körperdiagramm einzeichnen, wo sie selbst den Stress in ihrem Körper fühlen und wie er sich für sie anfühlt.

In der Auswertung teilten die Repräsentantinnen und Repräsentanten ihre persönlichen Erfahrungen und begutachteten alle gemalten Bilder als größere Form an einer Wand. Zur Verdeutlichung des Ausgewerteten wurde ein Video gezeigt, in dem erklärt wurde, was medizinisch im Körper passiert, wenn ein Mensch unter großem Stresseinfluss steht. Es folgte eine Übung zum Cool Down, in der der Stress aus den Körpern geklopft und gestrichen wurde.

Repräsentanten in der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf vom Workshop begeistert

Das Fazit des zweiten Tages war erneut absolut positiv. Die Repräsentantinnen und Repräsentanten brachten sich aktiv ein und probierten alles aus. Außerdem haben sie sich gut selbst reflektieren können. Das Feedback war durchweg positiv und eine große Dankbarkeit für diese Veranstaltung wurde spürbar.

Sowohl den Teilnehmenden als auch den Veranstaltenden hat der zweitägige Repräsentanten-Workshop außerordentlich gut gefallen. Geplant ist, diesen nun mit wechselnden Themen als Block von sechs Einheiten alle zwei Wochen zu wiederholen. Am Ende hat jeder Teilnehmende ein Zertifikat für die Teilnahme bekommen.

Ein Erfolg dieser Veranstaltung ist schon die ersten Tage danach spürbar. Sei es bei der Verlässlichkeit, bei Absprachen, bei der Präsenz der Repräsentantinnen und Repräsentanten in den Büros oder bei ihren alltäglichen Aufgaben. Aufgrund des Erfolgs des Workshops ist in Planung, dass ähnliche Workshops auch in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain stattfinden.

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