Kim Katzbach ist Sozialberaterin in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Doberlug-Kirchhain.

Von der Sozialbetreuerin zur Babykoordinatorin: Warum Kim-Alexa Katzbach so gerne als Sozialberaterin in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain arbeitet

Kim-Alexa Katzbach ist es ein Anliegen und motiviert es täglich, Bewohnerinnen und Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung Doberlug-Kirchhain zu helfen. Als Sozialberaterin kommt sie mit ihnen in Baby- und Familiensprechstunden ins Gespräch, in denen sie auch immer wieder besondere Momente erlebt. Uns hat sie verraten, was es heißt, Sozialberaterin in der Einrichtung zu sein und wie die Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung sie als Mensch verändert hat.

Frau Katzbach, seit wann arbeiten Sie in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Doberlug-Kirchhain? 

Ich habe im Dezember 2018 angefangen, in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain zu arbeiten. Damals habe ich in der Sozialbetreuung für Kinder und Erwachsene angefangen, aber bin nach drei Monaten in die Sozialberatung gewechselt. 

Warum sind sie in die Sozialberatung gewechselt? 

Es war so, dass ich 2018 ein Bachelorstudium im Bereich Soziale Arbeit an der BTU Cottbus-Senftenberg angefangen habe und parallel zum Studium unbedingt in einem Arbeitsbereich der sozialen Arbeit Praxiserfahrung sammeln wollte. Außerdem wollte ich Erlerntes in meine tägliche Arbeit einbeziehen und bin darum in die Sozialberatung gewechselt.

Wie hat das dann in der Praxis funktioniert? 

Anfangs habe ich immer einen Tag in der Woche neben dem Studium in der Sozialberatung gearbeitet. Seit März 2021 habe ich meine Stunden auf eine Teilzeittätigkeit neben dem Studium aufgestockt und bin seit Oktober 2021 nun in Vollzeit in der Einrichtung, da ich mein Studium als staatliche anerkannte Sozialpädagogin bzw. Sozialarbeiterin erfolgreich abgeschlossen habe.

Was heißt es, Sozialarbeiterin in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Doberlug-Kirchhain zu sein? 

Als Sozialberaterin kenne ich mich in allen Leistungsbereichen aus, habe mich aber auf den Bereich „Familie, Partnerschaft und Erziehung“ spezialisiert. Dort übernehme ich eigenständig die Baby- und Familiensprechstunde und kümmere mich um Aufsichtspflichtbelehrungen und die Geburtenmeldungen. Ich bin sozusagen die Babykoordinatorin in unserer Einrichtung, was den sozialen Bereich betrifft. 

Warum sind Sie Sozialberaterin in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete geworden? 

Ich wurde damals von einer Arbeitskollegin gefragt, in welchem Leistungsbereich ich mir vorstellen könnte, umfangreichere Aufgaben zu übernehmen. Durch mein Studium der Sozialen Arbeit hat mich die Arbeit mit Familien schon immer sehr interessiert. Darum hat mich eine Arbeitskollegin im Bereich der Geburtenmeldung und Schwangeren angelernt, bis ich im Bereich selbst gestartet bin. Mich motiviert es jeden Tag aufs Neue, Familien, aber auch allgemein den Bewohnerinnen und Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung helfen und ihnen ein Stück weit Autonomie ermöglichen zu können.

Sie sind seit Dezember 2018 Mitarbeiterin in der Einrichtung. Gibt es etwas, das Sie in ihrer Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung gelernt haben, etwas, das ihr Denken geprägt oder verändert hat?

Ich habe viele verschiedene Sachen gelernt, die mich in meiner täglichen Arbeit weiterbringen und an denen ich wachsen kann. Natürlich habe ich viel fachlichen Input erhalten, was insbesondere das Fachwissen aus den verschiedenen Leistungsbereichen betrifft. Auch methodisch habe ich einiges aus der Sozialen Arbeit mitnehmen können. Durch den täglichen Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern verschiedenster Nationen wurde meine Arbeit ebenso geprägt und beeinflusst. Ich denke und handle viel kultursensibler als vorher und reflektiere mich selbst öfter als sonst.

Inwiefern arbeiten Sie als Sozialberaterin mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung zusammen? 

Durch meine bewohnernahe Tätigkeit habe ich sehr viel Kontakt mit verschiedensten Bewohnerinnen und Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung. Täglich befinde ich mich in Beratungsgesprächen oder führe eine aufsuchende beratende Tätigkeit durch, um ihrer Lebenswelt näher zu sein und mehr Einblicke in ihren Alltag zu bekommen. Das ist wichtig, um gewisse Handlungen auch besser nachvollziehen zu können.

Frau Katzbach, an welche besonderen Momente in der Erstaufnahmeeinrichtung erinnern Sie sich immer wieder gerne? 

Es gibt viele schöne und besondere Momente, an die ich mich gerne erinnere, seitdem ich in der Erstaufnahmeeinrichtung arbeite. Vor allem die Beratungsgespräche mit werdenden Müttern bzw. Eltern bereiten mir immer schöne Momente, da mir sie oft sehr viel Vertrauen entgegenbringen und mir zeigen, dass ich alles richtig mache. Besonders wenn ich nach dem Geschlecht des Babys frage und die Eltern bzw. alleinerziehenden Mütter mir mit strahlenden Augen davon erzählen, bleibt das im Gedächtnis. Natürlich ist die Dankbarkeit der Familien mit Neugeborenen für meine, aber auch für die generelle Arbeit und das gesamte DRK-Team etwas Besonderes und immer ein besonderer Moment.

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