Großes Kunstprojekt in Doberlug-Kirchhain

Kunst und gemeinsames Malen und Kreativ-Sein verbindet Menschen – ganz egal, woher sie kommen. Immer wieder freuen wir uns und sind beeindruckt, welche wunderschönen Projekte unsere Bewohnenden bei gemeinsamen Kunstprojekten erschaffen. Ein besonders großes und außergewöhnliches Kunstwerk kann aktuell in Doberlug-Kirchhain bestaunt werden.  

„Schon im Juni 2021 hatte uns Pfarrer Wendel von der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchhain angesprochen und uns gefragt, ob wir uns ein gemeinsames Projekt vorstellen können. Durch die Einbindung der Künstlerin Lena Braun, mit der wir schon mehrere Projekte umgesetzt haben, wurde es dann schnell konkret und wir konnten ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen“, berichtet Veit Klaue, Ehrenamtskoordinator und stellvertretender Teamleiter Sozialbetreuung bei der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain.

Hungertuch für die Stadtkirche Kirchhain

Die Idee: Zusammen mit den Kindern und Jugendlichen der Erstaufnahmeeinrichtung, dem evangelischen Gymnasium vor Ort und dem Kinderheim in Kirchhain sollte ein Hunger- bzw. Fastentuch für die Stadtkirche Kirchhain gestaltet werden. Die großflächigen Tücher oder Vorhänge verhüllen während der Fastenzeit traditionell den Altarraum mit den bildlichen Darstellungen Jesu. Für die Stadtkirche Kirchhain bedeutet das die beeindruckende Gemäldegröße von sechseinhalb Metern Höhe und fast siebeneinhalb Metern Breite.

Inspiration: Der Schrei von Edvard Munk

Als Inspiration für das geplante Projekt diente das Gemälde von Edvard Munk „Der Schrei“. „Gemeinsam fanden wir, dass das Bild sehr gut zu der Situation Geflüchteter und dem Anliegen der Fastenzeit passt“, sagt Veit Klaue.

Nachdem Vorlage und Grundidee des Projekts feststanden, ging es im Februar richtig los: Zuerst wurde von jedem Kind ein Schattenriss erstellt und die Kinder fotografiert. Mit diesen Vorlagen ging es ans Gestalten des Bildes. Jedes Kind hatte die Aufgabe, sich selbst als rufende oder schreiende Person zu malen.

Dank des großen Eifers aller Kinder und Jugendlichen gingen die Malarbeiten schnell voran und das Gemälde konnte in relativ kurzer Zeit erstellt werden. „Ein ganz großer Dank gebührt Lena Braun, Daniela Bruchholz und Courtina Türke, die das Projekt die ganze Zeit betreut haben. Sie haben mit viel Geduld die Kinder motiviert und unterstützt. Denn, so schön ein solches Projekt ist, es gehört auch viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen dazu, um mit Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen ein so großes Kunstwerk zu gestalten“, sagt Veit Klaue.

Großes Gemälde in der Stadtkirche Kirchhain

Das wunderschöne Ergebnis der gemeinsamen Arbeit wurde am Aschermittwoch durch Mitarbeitende des DRK und Mitgliedern der Kirchengemeinde Kirchhain gemeinsam aufgehängt. Dank eines ausgeklügelten vorgefertigten Rahmens war dies fast problemlos möglich.

Noch bis zum Osterfest kann das Gemälde jetzt in der Stadtkirche Kirchhain bestaunt werden. Dann wird es abgenommen. Aber was dann? „Unser Ziel ist es, das Gemälde als Ganzes zu verkaufen, um den Erlös zur Neueindeckung des Kirchendaches zu spenden“, erläutert Veit Klaue.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, sich bei der Kirchengemeinde bei Pfarrer Wendel oder bei Veit Klaue von der DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg (ehrenamt.doki(at)drk-fluechtlingshilfe-brb.de) zu melden.

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