Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe: Eduard Dorn im Gespräch

Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe: Eduard Dorn im Gespräch

Eduard Dorn macht seit September 2020 einen Bundesfreiwiligendienst in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain. Dort hängt sich der 19-Jährige im Team der Sozialbetreuung rein und kümmert sich um die Alltagsgestaltung von Bewohnerinnen und Bewohnern. "Ich habe in meinem Bundesfreiwilligendienst unglaublich viele Erfahrungen machen können, die ich sonst nicht gemacht hätte", sagt er.

Hallo Herr Dorn, warum haben Sie sich entschlossen, in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain einen Bundesfreiwilligendienst zu machen?

Gute Frage. Es ist bestimmt bisher nur für wenige Jugendliche eine Option gewesen, zumal die Einrichtung auf einem alten Militärgelände am Rande einer Stadt liegt. Doch mich hat genau das gereizt, weil ich so einige Fragen hatte: Wie sieht der Arbeitsalltag in einer Erstaufnahmeeinrichtung aus? Welche Menschen begegne ich, was für einen Tagesablauf haben die Bewohnerinnen und Bewohner? Außerdem war es mir wichtig, Menschen zu helfen und Gutes zu tun.

Sie unterstützen das Team Sozialbetreuung in der Einrichtung. Was machen Sie dort genau?

Ich bin im Jugendclub und im Kindergarten aktiv und helfe bei der Freizeitgestaltung. Egal, ob Kochen, Kreativarbeit, Videospiel-Turniere oder Sportaktivitäten: Jede Woche bereiten wir ein kleines Programm vor, das wir den Kindern und Jugendlichen anbieten. Die Arbeit in der Sozialbetreuung ist dadurch sehr abwechslungsreich.

Hätten Sie sich auch in anderen Bereichen probieren können?

Ja, das ist kein Problem. Im Bundesfreiwilligendienst in der Erstaufnahmeeinrichtung kann jeder sich selbst ausprobieren. Durch die vielen verschiedenen Aufgabenbereiche der Einrichtung ist es immer möglich, intern zu wechseln. So findet man auf jeden Fall das Richtige für sich. Und ich für mich kann sagen: Ich habe in meinem Bundesfreiwilligendienst schon unglaublich viele Erfahrungen machen können, die ich sonst nicht gemacht hätte.

Was für Erfahrungen sind das, für welche sind Sie besonders dankbar?

Durch den regelmäßigen und intensiven Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern habe ich viel über verschiedene Kulturen gelernt, einen genaueren Einblick über die Situation und Konflikte der verschiedenen Herkunftsstaaten bekommen. Außerdem konnte ich meine pädagogischen Fähigkeiten durch die Arbeit im Kindergarten erweitern und habe zu manchen Mitarbeitern wie auch zu Bewohnern eine gute Beziehung aufbauen können.

Ein Bundesfreiwilligendienst geht meist sechs bis 18 Monate. Wie ist das bei Ihnen?

Mein Bundesfreiwilligendienst geht bis 31. März 2021.

Wissen Sie schon, wie es danach weitergeht?

Ich habe den Bundesfreiwilligendienst gemacht, weil ich noch ein Vorbereitungsjahr auf mein Studium gebraucht habe. Ich möchte Jazz und Popularmusik studieren. Meine Begeisterung für Musik habe ich auch in der Einrichtung nutzen können, als ich Musik mit Kindern bzw. Bewohnerinnen und Bewohnern gemacht habe. Das hat mir als Vorbereitung auf mein Studium sicherlich geholfen.

Und Ihre Fragen, die Sie sich vor Beginn der Zeit in der Einrichtung gestellt haben, wurden mittlerweile längst beantwortet, oder?

Das wurden sie. Was soll ich sagen: Der direkte Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern sowie zum Team der DRK Flüchtlingshilfe macht die Arbeitsatmosphäre angenehm. Ich konnte mir in meiner Zeit ein umfangreiches Bild über die soziale Arbeit mit Kindern und Erwachsenen in einer Erstaufnahmeeinrichtung machen.

Würden Sie den Bundesfreiwilligendienst wieder machen?

Auf jeden Fall. Wer darüber nachdenkt, einen Freiwilligendienst zu absolvieren, sollte die Chance nutzen, denn die Erstaufnahmeeinrichtungen bieten den besten Einblick in eine Arbeit, zu der man sonst keinen Zugang hat.

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