Fairplay-Camp 2020 in Finsterwalde: Besondere Teilnahme für Kinder der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain

Fairplay-Camp 2020 in Finsterwalde: Besondere Teilnahme für Kinder der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain

Zum ersten Mal hat ein Fairplay-Fußball-Camp auf dem Sportgelände der Spielvereinigung Finsterwalde stattgefunden. Das hat auch einigen Geflüchteten aus Doberlug-Kirchhain einen besonderen Tag beschert. Nun steht sogar eine Kooperation zwischen Erstaufnahmeeinrichtung und Fußballverein im Raum.

Das integrative Fairplay-Fußball-Camp in Finsterwalde hat am 27. September jede Menge Kinder aus Finsterwalde und Umgebung, aber auch aus der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Doberlug-Kirchhain glücklich gemacht.

Auf dem Sportgelände der Spielvereinigung Finsterwalde trafen sich rund 50 Kinder sowie Eltern, Vereinsmitglieder und Interessierte, um die integrativen Stärken des Fußballs zu verdeutlichen. Dafür organisierte die Brandenburgische Sportjugend zusammen mit dem Tretschok-Fußballzentrum ein Fußballcamp, für das auch René Tretschok, ehemaliger Fußballprofi bei Borussia Dortmund und Hertha BSC, mit vor Ort war.

"Das ist für die Kinder unserer Erstaufnahmeeinrichtung vor allem deshalb wichtig, weil dort für sie jeder Tag gleich ist. Durch eine Veranstaltung wie diese sehen sie etwas anderes, kommen mal raus und ihr Kopf bekommt Input", sagt Christian Walther, Sportkoordinator in der DRK-Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain. Vor allem für Aishad - einziges Mädchen aus der EAE - war es ein spannender Sonntag: Sie hatte noch nie vorher Fußball gespielt und schaute den Kindern beim Kicken zu.

Fußballsprache funktioniert in Finsterwalde auf Anhieb

Vor allem Ahmad konnte bei den drei Stationen des Fußball-Camps auftrumpfen und erzielte auch beim anschließenden kleinen Turnier so einige Tore. Obwohl er (noch) kein Deutsch spricht: Die Fußballsprache mit den Kindern aus Finsterwalde und Umgebung funktionierte auf Anhieb. "Das ist das Besondere an einem Sport wie Fußball: Wirf einen Ball in die Mitte und jeder weiß, was los ist", sagte Karl-Heinz Hegenbart, Vizepräsident für Breitensport und Sportentwicklung im Landessportbund Berlin-Brandenburg.

Dabei besteht die Idee einer Kooperation zwischen EAE in Doberlug-Kirchhain und SpVgg Finsterwalde, um geflüchtete Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Vereinssport - und damit auch ein Stück in Deutschland - zu integrieren. "Es ist unser Anliegen, Hemmschwellen abzubauen und gleichzeitig tolerantes Verhalten zu fördern", sagt Sebastian Schulz, Vorstandsmitglied der SpVgg Finsterwalde.

Er sieht Sportvereine als Chance, damit Geflüchtete nicht aus ihrem Umfeld herausgerissen werden. "Sport ist ein super Integrationsmittel. Wir wollen auf weitere Sportvereine in der Umgebung zugehen. Denn nicht nur sie profitieren davon, sondern auch die Geflüchteten, die Vereinstrukturen kennenlernen - und damit auch ein Stück, wie Deutschland funktioniert."

 

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