Aus besonderem Holz geschnitzt: Unsere Mitarbeiterin Jacqueline Handke im Porträt

Aus besonderem Holz geschnitzt: Unsere Mitarbeiterin Jacqueline Handke im Porträt

Jacqueline Handke ist als Sozialbetreuerin in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain vor allem in der Holz- und Fahrradwerkstatt aktiv. Was die gelernte Tischlerin dorthin geführt hat und warum sie schon so manche Bewohner überrascht, hat sie uns in einem Kurzporträt erzählt.

Hallo Frau Handke, wie sind Sie zu ihrem Beruf als Sozialbetreuerin in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain gekommen?

Ich hatte ab März 2019 erst im Sicherheitsunternehmen gearbeitet, das die Einrichtung betreut. Da meine Leidenschaft aber die Holzbearbeitung und -verarbeitung ist, habe ich mich auf die Stelle als Sozialbetreuerin mit dem Schwerpunkt Holz- und Fahrradwerkstatt beworben. Und am 1. November 2020 meine Stelle angefangen.

Worum kümmern Sie sich als Sozialbetreuerin?

Ich unterstütze die Bewohnenden bei Aufträgen in der Fahrrad- und Holzwerkstatt und beziehe sie bei Reparaturen mit ein. Ich habe sehr viel Freude daran, ihnen Wissen bei der Holzbearbeitung und beim Reparieren von Fahrrädern zu vermitteln.

Was für Aufträge sind das?

Das ist unterschiedlich. Zusammen mit Bewohnenden ist zum Beispiel schon der neue Holztresen im Treffcafé der Einrichtung entstanden. Auch Schubkästen haben wir schon gebaut. Dabei habe ich ihnen das Schleifen, Bohren und Sägen nähergebracht, die Arbeit mit Holzdübeln, Eckverbindungen und wie man es richtig macht.

Und bei Fahrrädern?

Egal, ob Speichen tauschen, einen Reifen flicken oder Bremsblöcke wechseln: Auch am Fahrrad zeige ich ihnen, was sie tun können, wenn mal etwas kaputtgehen sollte. Es ist toll, zu sehen, wenn Kleinigkeiten viel Erfolg bringen und den Bewohnenden verschiedener Nationalitäten Freude bereiten.

Stichwort verschiedene Nationalitäten: Wie klappt der gegenseitige Austausch?

Ich spreche Deutsch, Englisch und Niederländisch. Der Austausch klappt damit insgesamt ganz gut. Falls uns einmal die Worte fehlen, kann man sich ja immer noch mit Händen und Füßen austauschen. Oder nutzt eine Übersetzungs-App. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg": Das ist nicht nur generell, sondern auch dort mein Motto.

Welche Rückmeldungen geben Ihnen die Bewohnenden dahingehend, dass Sie mit ihnen gemeinsam handwerklich arbeiten?

Neben dem Spaß am und dem Interesse für das Handwerk sind manche Bewohnende fasziniert davon, dass auch Frauen anpacken können. Es bereitet ihnen Freude, mir beim Werkeln zuzuschauen und sie helfen, wo sie nur können. Dabei kommen wir auch immer wieder ins Gespräch und das möchte ich fördern. Denn aus jeder Begegnung kann man Neues lernen und Erfahrungen anderer Menschen in seine eigene Arbeit einfließen lassen.

Warum arbeiten Sie gerne mit den Bewohnenden zusammen?

Es ist immer schön, dass man herzlich begrüßt wird und einfach schön, zu bemerken, dass das Vertrauen zu den Bewohnenden wächst. Ich freue mich jeden Tag, vor Ort zu sein, weil es mich erdet und mir verdeutlicht, dass mein gewöhnlicher Alltag überhaupt nicht selbstverständlich ist. Vor allem für die Bewohnenden der Einrichtung. Deshalb ist es mir umso wichtiger, mein Bestes zu geben, damit sie sich wohlfühlen und verstanden wissen.

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