Asylsuchende werden zunächst in der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt (Landkreis Oder-Spree) aufgenommen. Sie werden dort als Asylbewerber registriert und durchlaufen eine medizinische Erstuntersuchung. Bei der Erstuntersuchung werden auch erste Hinweise auf eine besondere Schutzbedürftigkeit der Geflüchteten geprüft und dokumentiert. Die Asylbewerber werden dann je nach Kapazität, Schutzbedürftigkeit und Bleibeperspektive auf derzeit fünf Außenstandorte aufgeteilt (Doberlug-Kirchhain, Wünsdorf, Markendorf / Frankfurt Oder, Karl-Ritter-Platz / Frankfurt Oder, Unterschleuse / Eisenhüttenstadt). Abhängig von der Bleibeperspektive verbringen Asylsuchende kürzere oder längere Aufenthalte in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Brandenburg. Über die Asylanträge entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Spätestens nach sechs Monaten Aufenthalt werden sie auf die Landkreise und kreisfreien Städte weiterverteilt. Wird der Antrag auf Asyl vollends abgelehnt und besteht auch aus anderen Gründen kein subsidiärer Schutz oder ein Abschiebungsverbot, werden die Asylsuchenden aufgefordert, Deutschland binnen einer festgelegten Frist zu verlassen.

Weiterführenden Informationen zum Thema Asyl und Migration in Brandenburg bietet die Webseite vom Bündnis für Brandenburg der Landesregierung.

Neben der Versorgung mit angemessener Bekleidung über einen Bekleidungsschein der Behörde erhalten die neu aufgenommenen Personen in einem Willkommenspaket Mittel und Gegenstände zur Körperhygiene und –pflege. Zudem werden sie mit weiteren spezifischen Pflege- und Hygieneartikeln (bspw. für Säuglinge und Kleinkinder) versorgt. Bei der Einweisung in die Wohnräume wird jeder Person eine Schlafdecke, ein Kopfkissen, ein Satz Bettwäsche und zwei Handtücher übergeben. Jeder Erwachsene (ab 16 Jahre) erhält für den ihm zugewiesenen Wohnraum einen eigenen Schlüssel, mit dem Türen elektronisch auf- und zugeschlossen werden können.

Jeder Bewohner soll frühzeitig in die Lage versetzt werden, seine Angelegenheiten weitgehend selbstständig zu regeln. Zu diesem Zweck erfolgt möglichst unmittelbar nach der Ankunft durch den Hausbetreuer eine Einweisung mit Informationen über die organisatorischen Abläufe und örtlichen Gegebenheiten in den Wohnheimen sowie eine orientierende Einweisung für das jeweilige Umfeld (Stadtgebiet, öffentliche Einrichtungen, öffentliche Verkehrsmittel). Eine Hausordnung informiert die Bewohner über die geltenden Regeln auf dem Gelände und in den Wohnräumen. Die neuankommenden Bewohner werden im Rahmen einer Willkommensveranstaltung und bei der Erstbegehung der Räumlichkeiten umfassend mit den Regeln vertraut gemacht.


Neue Bewohner werden bei ihrer Ankunft zudem umfassend darüber informiert, welche Hilfen sie im Notfall in Anspruch nehmen können. Bei der Willkommensveranstaltung werden Sie auch über die Funktionen der Gewaltschutzbeauftragten und Vertrauenspersonen sowie über die vorhandenen Beratungsangebote und Beratungsformen aufgeklärt.


Die mündlich übermittelten Informationen zur Orientierung, der Hausordnung, Hilfsangeboten und Gewaltprävention werden in einer Willkommensmappe schriftlich zusammengefasst und den Bewohner in der entsprechenden Sprache überreicht.


Weitere Informationen zu Beratungs- und Hilfsangeboten, Brandschutzregeln und wichtige Notfallnummern werden in zentralen Schaukästen, Fluren, Containern und in den Sanitäranlagen angebracht oder liegen in den Beratungsräumen aus.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen ist ein elektronisches Registrierungssystem installiert. Jeder Bewohner bekommt bei seiner Ankunft einen Quartierpass mit persönlichen Daten ausgestellt, der elektronisch ausgelesen werden kann. In den Einrichtungen werden entsprechende Lesegeräte an Punkten installiert, die durch die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen mehrfach täglich frequentiert werden (Speisenausgabe, Auszahlungsstelle und Einlasskontrolle zur Liegenschaft). Beim Ausbleiben von Registrierungen in einem bestimmten Zeitraum erzeugt das Registrierungssystem Warnmeldungen. Damit gibt das System Hinweise auf Personen, die sich mutmaßlich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand bzw. in einer Notlage befinden oder aber das Wohnheim verlassen haben.

Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen können grundsätzlich Besucher empfangen. Die Kontrolle des Betretens und Verlassens der Liegenschaft durch Besucher gehört zu den Aufgaben der City Schutz GmbH, die an allen Standorten für die Objektbewachung zuständig ist und direkt der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) unterstellt ist. Besucher müssen eindeutig angeben, wen sie besuchen möchten und sich mit gültigen Dokumenten ausweisen. Wenn Heimbewohner nicht wünschen, Besucher zu empfangen, wird ihnen der Zutritt zur Liegenschaft verwehrt. Lehnen Besucher die Vorlage ihrer Dokumente und die Aufnahme der erforderlichen Personendaten ab, erhalten sie ebenfalls keinen Zutritt zur Liegenschaft.

Die Bewohner werden voll verpflegt. Sie bekommen täglich drei Mahlzeiten zur Verfügung gestellt: Frühstück, warme Mittagsmahlzeit und Abendverpflegung. Zum Umfang der Verpflegung gehört auch das Angebot von zuckerfreien Getränken zu allen Mahlzeiten.


Die gesundheitsorientierte Speiseversorgung in den Erstaufnahmeeinrichtungen wird durch den Facility Dienstleister WISAG sichergestellt. Die Versorgung erfolgt nach den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. empfohlenen Qualitätsstandards. Es wird auf eine ausgewogene Mischung aus Getreide, Getreideprodukten, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Ei, Milch, Milchprodukten, Fetten und Ölen sowie einen angemessenen Rohkostanteil Wert gelegt.
Für die warme Mittagsmahlzeit werden täglich mindestens drei unterschiedliche Menüs angeboten, darunter auch eine vegetarische Mahlzeit.


Kulturelle und religiöse Ernährungsgewohnheiten werden respektiert und bei der Zusammenstellung der Kost berücksichtigt. Auf Schweinefleisch wird grundsätzlich verzichtet. Der muslimische Fastenmonat Ramadan wird in der Speiseversorgung ganz besonders berücksichtigt: WISAG hat für die Fastenzeit ein umfassendes Konzept erarbeitet, das die kulturellen Bedürfnisse erfüllt und gleichzeitig eine vollwertige Versorgung für die Bewohner sicherstellt. Am späten Abend wird die Küche geöffnet und stellt den Bewohnern Brot, Aufstriche und ein warmes Hauptgericht zur Verfügung. Für das frühe Frühstück vor Sonnenaufgang erhalten die Bewohner am Abend Lunchpakete, die sie mit auf ihre Zimmer nehmen können. Für alle Bewohner, die nicht fasten, wird die Küche zusätzlich zu den normalen Zeiten geöffnet.


Für Säuglinge und Kleinkinder wird eine altersgerechte Kost bereitgestellt. Dem zeitlich abweichenden Ernährungsrhythmus wird durch Fertignahrung Rechnung getragen.
Sonderkost, die aus gesundheitlichen Gründen eingenommen werden muss, wird im Bedarfsfall bereitgestellt.

Die Bewohner erhalten bei Bedarf persönliche Bekleidung auf Basis eines Bekleidungsscheines der Zentralen Ausländerbehörde. Das erfolgt bereits bei der Ankunft der Asylsuchenden am Standort Eisenhüttenstadt. Auch in der Folgeunterbringung in Wohnheimen wird eine angemessene und bedarfsgerechte Bekleidung sichergestellt. Dabei wird die DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg von der Adler Modemärkte AG bei der Ausstattung der Asylbewerber unterstützt. Adler stellt ausschließlich Neubekleidung aus dem Sortiment des stationären Handels der Firma. Die Bekleidung ist saisonal angepasst, die Farb- und Musterwahl dezent. Darüber hinaus arbeitet das DRK mit Kleiderkammern vor Ort zusammen.

Hausbetreuer: Erste Ansprechpartner im Alltag sind die Hausbetreuer. Sie geben Orientierung vor Ort und bei der Organisation des täglichen Lebens. Bei ihnen können die Bewohner den Bedarf von Sach-, Beratungs- oder sonstigen Hilfsleistungen anmelden oder Probleme in den Unterkünften besprechen. Die Hausbetreuer nehmen den Kontakt zu den Bewohnern selbstständig und aktiv auf, damit sie von den Bewohnern von Anbeginn deren Aufenthaltes als Ansprechpartner wahrgenommen werden.

Sozialberater: Für die Sozialberatung rund um die Themen Asylverfahren, Gesundheit und Familie stehen den Bewohnern an den Standorten qualifizierte Sozialpädagogen zu Verfügung. Sie kümmern sich um verschiedene Sorgen und Probleme der Bewohner und bieten ihnen umfassende Unterstützung in Krisensituationen. Bei Problemen und Anliegen, die nicht in den Erstaufnahmeeinrichtungen gelöst werden können, arbeitet der Sozialdienst mit externen Beratungsstellen zusammen oder vermittelt den Bewohnern entsprechende Kontakte.

Vertrauenspersonen: In den Einrichtungen sind jeweils zwei Vertrauenspersonen benannt (eine weibliche und eine männliche Person), die den Bewohnern speziell zum Thema sexualisierte Gewalt als qualifizierte und geschulte Ansprechpartner zur Verfügung stehen und sie vertraulich beraten und begleiten.

Gewaltschutzbeauftragte: In jeder Einrichtung ist ein Gewaltschutzbeauftragter benannt, der als geschulter Spezialist in Themen der Gewaltprävention und des Gewaltschutzes als Ansprechpartner zur Verfügung steht und im Falle einer Gewaltbetroffenheit oder eines Gewaltverdachts hinzugezogen wird.

Die DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg bietet den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtungen eine umfassende Sozialberatung. Qualifizierte Sozialpädagogen mit relevanten Fremdsprachenkenntnissen beraten die Bewohner zu folgenden Themen:

Asylverfahrens, Lebensunterhalt / Arbeit, Wohnen mit folgenden Schwerpunkten:

  • Beratung zum Asyl- bzw. Rückführungsverfahren, Erläutern behördlicher / gerichtlicher Schreiben und Bescheide sowie der Rechtsschutzmöglichkeiten
  • Beratung zum Leistungsbezug nach AsylblG
  • Vermittlung von Beratungsmöglichkeiten zur Frage der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse (Netzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“)
  • In Vorbereitung auf die Zeit nach der Verteilung bei entsprechender Aufenthaltsperspektive allgemeine Beratung zu den rechtlichen Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme, Angeboten für Deutsch- und Integrationskurse und den Möglichkeiten einer Wohnungsunterbringung

Gesundheit, Sucht und besondere Schutzbedürftigkeit mit folgenden Schwerpunkten:

  • Beratung zur Gesunderhaltung und Hygiene (inkl. Sexualhygiene)
  • Hilfestellung bei Kontakt mit dem Medizinischen Dienst, Ärzten und Krankenhäusern
  • Beratung zum Leistungsbezug nach § 4 AsylblG
  • Beratung / Unterstützung für Personen, die Folter, Vergewaltigung oder sonstige schwere Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben
  • Beratung hinsichtlich psychotherapeutischer Versorgungsangebote bei Verteilung innerhalb Brandenburgs bzw. bei einer Rückführung im Zielland
  • Beratung / Unterstützung für Behinderte und Menschen mit schweren körperlichen Erkrankungen
  • Krisenintervention bei Suchtproblematiken, Beratung hierzu sowie zu Entgiftungs- und Therapiemöglichkeiten bei Verteilung innerhalb Brandenburgs

Partnerschaft, Familie und Erziehung mit folgenden Schwerpunkten:

  • Krisenintervention und Beratung bei Partnerschafts- und Erziehungsproblemen
  • Beratung / Unterstützung für Alleinerziehende
  • Vermittlung von Schutzmaßnahmen bei innerfamiliärer Gewalt (insbesondere Unterbringung an anderem Wohnheim-Standort)
  • Beratung zu erzieherischen und schulischen Angeboten auch in Vorbereitung auf die Verteilung (Besuch Kita, Schule, frühkindliche Sprachförderung)

Die Sozialberatungen der Standorte bieten auch regelmäßig Gruppenberatungen an. Neben Fragen des Zusammenlebens und den neuen Alltag der Geflüchteten werden hier auch verschiedene Sorgen und Probleme besprochen, die ihre besondere Situation mit sich bringt (z.B. welche Perspektiven ergeben sich für Geflüchtete in Deutschland? Wie kann der Alltag neu sortiert werden? Wie kann das Erlebte verarbeitet werden? Wie geht man mit der Sorge um Familie und Freunde um, die in der Heimat geblieben sind?).

Sozialberater in den DRK-Erstaufnahmen müssen mindestens eine der folgenden Sprachen auf B1-Niveau sprechen:

Englisch, Russisch, Arabisch, Französisch

Die DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg beschäftigt in ihren Erstaufnahmeeinrichtungen derzeit Hausbetreuer und Sozialberater, die darüber hinaus folgende Sprachen übersetzen können:

  • Dari / Farsi
  • Kurdisch
  • Mongolisch
  • Paschtu
  • Suaheli
  • Türkisch
  • Urdu

Die Mitarbeitenden übersetzen bei Gesprächen in der Sozialberatung. Die Teamleiter Sozialdienst achten bei der Wahl der Übersetzer sehr auf die Kompetenzen der Mitarbeiter.

Bei sensiblen Themen wählen die Bewohner selbst, welche Übersetzer zu Rate gezogen werden bzw. bringen andere Bewohner als Übersetzer zum Beratungsgespräch mit. Die hauptamtlichen Psychologinnen des Psychosozialen Dienstes können außerdem ein Budget der zentralen Ausländerbehörde (ZABH) für hauptamtliche Dolmetscher in Anspruch nehmen.
Zur Anhörung schickt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eigene hauptamtliche Übersetzer. Die Polizei stellt ebenfalls eigene Übersetzer bei Terminen.

Asylbewerber verbringen bis zu sechs Monate in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Für die meisten Bewohner ist diese Wartezeit und die damit verbundene Unsicherheit nur sehr schwer auszuhalten. Viele Bewohner empfinden daher eine große Entlastung, wenn sie für die Zeit ihres Aufenthalts ihr Lebensumfeld mitgestalten und sich aktiv in die Arbeit der Erstaufnahmeeinrichtungen einbringen können. Sie helfen bei der Essensausgabe und in der Spülstraße, unterstützen die Hausmeister, indem sie kehren, Möbel transportieren, die Außenanlagen pflegen und sauber halten oder kleinere Reparaturen durchführen. Sie übernehmen selbstständig Angebote zur Sozialbetreuung, wie zum Beispiel Malkurse, und kümmern sich in enger Zusammenarbeit mit den Erziehern um die Kinderbetreuung in den Einrichtungen. Die Bewohner sind für die Reinigung ihrer Zimmer verantwortlich und achten darauf, dass auch die Gemeinschaftsräume sauber bleiben.


Zudem können die Bewohner jederzeit Verbesserungsvorschläge einbringen. Hierfür wurde unter anderem ein Mentorenprogramm eingeführt, bei dem aus der gesamten Bewohnerschaft mehrere Vertreter aus unterschiedlichen Sprachgruppen von den Bewohnern ausgewählt werden. Die Mentoren kommen einmal pro Woche zusammen und besprechen gemeinsam mit den DRK-Mitarbeitern, wie Leben und Alltag in den Einrichtungen verbessert werden können. Viele Vorschläge der Bewohner werden in den Alltag integriert, wie etwa das Schlangenmanagement in der Mensa, bei dem ein verantwortlicher Bewohner effizientes Anstehverhalten und die effiziente Nutzung der Essensausgaben unterstützt.


Um das soziale Miteinander zu fördern und um bei den Bewohnern in ihrer besonderen Situation für Ablenkung zu sorgen, bietet die DRK-Flüchtlingshilfe den Bewohnern zudem unterschiedliche Freizeitaktivitäten. In enger Zusammenarbeit zwischen DRK-Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Bewohnern werden Sportkurse, Musikunterricht, Fahrrad-und Holz-Werkstätten, Koch-AGs, Malkurse, Kaffeenachmittage und Feste organisiert. Mit ihren Freizeitzentren, Spielplätzen, Sport- Gemeinschafts- und Gebetsräumen, Fernsehzimmern und Unterrichtsräumen bieten die Einrichtungen zudem ein abwechslungsreiches Raumangebot.

Die Akzeptanz für Geflüchtete und Flüchtlingshilfe zu fördern, ist eines der zentralen Anliegen des DRK. Die DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg initiiert und fördert daher Aktivitäten im lokalen Umfeld der Erstaufnahmeeinrichtungen, die den Geflüchteten und deren Bedürfnis nach ersten sozialen Kontakten zur Deutschen Gesellschaft, der Entwicklung einer beiderseitigen Akzeptanz sowie nach Beschäftigung kultureller, sportlicher oder gemeinnütziger Art zu Gute kommen.


Als eine der tragenden Säulen des Deutschen Roten Kreuzes bietet vor allem das Ehrenamt zahlreiche Möglichkeiten, um positive Begegnungen zwischen den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtungen und Menschen aus der Umgebung zu fördern. Die Arbeit der DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg wird derzeit durch rund 70 Ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterstützt. Sie geben Deutschkurse, gestalten Freizeitangebote, organisieren Sportturniere, Feste oder Bastelnachmittage. Zudem arbeitet die DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg mit örtlichen Ehrenamtsinitiativen und Vereinen zusammen.


Die Objektleiter stehen in engem Kontakt zu den Bürgermeistern und öffentlichen Institutionen an den Standorten. Das ermöglicht eine regelmäßige Abstimmung darüber, wie das Zusammenleben im Ort sowohl für die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen als auch für die Menschen vor Ort verbessert werden kann.


Mit den vom DRK betriebenen Erstaufnahmeeinrichtungen in Brandenburg wurden an den Standorten viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Die DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg sowie die mit den Erstaufnahmeeinrichtungen kooperierenden Partner und Subunternehmen sind sehr darum bemüht, freie Stellen mit Bewerbern aus der Region zu besetzen. Dienstleistungsaufträge werden bevorzugt an örtliche Anbieter vergeben.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen sind allgemeinmedizinische Ambulanzen eingerichtet, in denen medizinisches Personal während der Sprechstundenzeiten für die Versorgung der Bewohner (ähnlich einem Hausarzt) zur Verfügung steht. Die Versorgung umfasst auf Grundlage von § 4 Asylbewerberleistungsgesetz und § 15 SGB insbesondere folgende Leistungen:

  • Ärztliche und Zahnärztliche Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie sonstiger zur Genesung oder Linderung erforderlichen Leistungen. Eine Versorgung mit Zahnersatz erfolgt nur, soweit dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist.
  • Ärztliche und pflegerische Hilfe und Betreuung, Hebammenhilfe, Arznei-, Verband- und Heilmittel für werdende Mütter und Wöchnerinnen.
  • Im Einzelfall weitergehende medizinische Leistungen wie Versorgung mit Hilfsmitteln und psychiatrische Versorgung
  • Erfassung des Impfstatus der Bewohner und Durchführung von Impfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Bei Bedarf erfolgt die Überweisung zu niedergelassenen Fachärzten bzw. zu stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Die DRK-Mitarbeiter unterstützen die Bewohner bei der Inanspruchnahme von fachärztlichen Behandlungen und der Vereinbarung von Terminen, beraten sie im Hinblick auf Gesundheitspflege und Nachsorge.

Der größte Anteil geflüchteter Kinder und Jugendlicher, die in Brandenburg leben, ist im Gegensatz zu den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Familienverband mit den Eltern eingereist und lebt bis zum Abschluss des Asylverfahrens größtenteils in den Gemeinschaftsunterkünften.


Ein Großteil der Bewohner in den von der DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg betriebenen Erstaufnahmeeinrichtungen sind Kinder. Das DRK sieht sich daher in der besonderen Verantwortung, den Schutz von Kindern, die in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, sicherzustellen und aktiv mitzugestalten.


Das Gewaltschutzkonzept der Erstaufnahmeeinrichtungen des DRK im Land Brandenburg vom 01.06.2016 sowie die „DRK-Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen in den Gemeinschaften, Einrichtungen, Angeboten und Diensten des DRK“ sind für die Erstaufnahmeeinrichtungen handlungsleitend.


DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg gGmbH zudem die Erarbeitung von kooperativen Vereinbarungen mit den örtlichen Jugendämtern (gem. § 8a SGB VIII) initiiert, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Erstaufnahmeeinrichtungen verbindlich zu regeln.


Die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt wird zudem seit November 2016 bei der Umsetzung von Kinderschutzstandards von der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ unterstützt. Im Rahmen der Kooperation haben das DRK und Save the Children zwei Projekte auf den Weg gebracht. Ziel der Projekte ist es, Bildung, Teilhabe und Lebensbedingungen von Kindern mit Fluchthintergrund in Deutschland zu verbessern und die Kinderschutzstandards in der Einrichtung auszubauen.

Weiterführende Links:

Gewaltschutzkonzept der Erstaufnahmeeinrichtungen des DRK im Land Brandenburg

DRK-Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

Artikel: Kinderschutz- und Spielräume in Eisenhüttenstadt (Save the Children)

Solange sich geflüchtete Kinder und Jugendliche in einer Erstaufnahme befinden, ruht die Schulpflicht. Jedoch bietet das Brandenburger Bildungsministerium seit dem Schuljahr 2013/2014 speziell entwickelte (außerschulische) Sprachförderkurse für Kinder und Jugendliche im schulfähigen Alter an und stellt dafür Lehrkräfte zur Verfügung.

In der Regel werden in den Erstaufnahmen an den Standorten Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Wünsdorf und Doberlug-Kirchhain täglich vier Stunden Schulunterricht angeboten, drei Stunden für Sprache und eine Stunde für Kunst, Musik und Sachkunde.
Dadurch erhalten die Kinder und Jugendlichen erste Sprach- und Kulturkenntnisse schon vor dem Schulbeginn in den Kommunen vermittelt. Das ist entscheidend für eine bestmögliche spätere Integration in die Schulen. Trotz der Freiwilligkeit besteht an den Kursen großes Interesse, sie sind regelmäßig ausgebucht.

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